Bereits 2010 führte Walter Rau eine erste Clean-Label-Produktreihe ein, bei der so viele natürliche Zutaten wie möglich zum Einsatz kamen. „Nach der erfolgreichen Einführung wollten wir noch einen Schritt weiter gehen“, erinnert sich Mira Schmidthuis, Leiterin Forschung, Entwicklung und Innovation: Ziel war es ein Produkt zu entwickeln, das weder bei der Kennzeichnung noch bei der Verarbeitung Kompromisse eingeht – völlig ohne Zusatzstoffe, aber in der Handhabung wie eine Standardmargarine. Das Ziel war eine Zutatenliste, die kaum kürzer sein könnte – Öle und Fette, Wasser, Zitronensaft. Gleichzeitig mussten die gewohnten Verarbeitungseigenschaften erhalten bleiben, vom Tourieren über die Wasserbindung bis zum Gebäckvolumen.
Emulsion ohne Emulgator – eine technische Meisterleistung
Die größte Herausforderung lag darin, die sorgfältig entwickelte Rezeptur auf die Produktionslinien zu übertragen. „Öl und Wasser, die Hauptbestandteile von Margarinen, vertragen sich naturgemäß nicht und verbinden sich nicht zu einer Emulsion“, beschreibt Schmidthuis. Nach stundenlangen Versuchen in der Produktion wurden die richtigen Einstellungen gefunden, um eine stabile Emulsion zu erzeugen, die bei Lagerung und Verarbeitung in den Bäckereien intakt bleibt. Heute ist die Natürlich-Westfalia-Produktpalette seit zehn Jahren im Portfolio – und wächst weiter.
Ein Schlüsselmoment war die Einführung der Plunder-Croissantplatte von Natürlich Westfalia: „Meine Kollegen aus dem Vertrieb waren sehr skeptisch, ob sich dieses Produkt ohne zugesetzten Emulgator verkaufen würde“, so Schmidthuis. Bei einer Vorführung in der Testbäckerei konnten die Produkte in der Praxis überzeugen – danach waren alle an Bord.
Weniger ist mehr: Free?E statt „irgendwie Clean Label“
„Wir haben für die Westfalia-Free-E-Reihe sehr strenge Regeln aufgestellt. Deshalb nennen wir sie ‚Free-E‘ und nicht einfach nur ‚Clean Label‘“, erklärt Harald Guimaraes, Head of Marketing B2C und B2B bei Walter Rau. Viele vermeintliche Clean-Label-Produkte enthielten weiterhin E-Nummern, etwa Emulgatoren – Natürlich Westfalia verzichtet bewusst darauf.
Die Produkte sind rein pflanzlich, hundert Prozent vegan und kommen ohne deklarationspflichtige Zusatzstoffe aus. Sie bieten kurze, verständliche Zutatenlisten, erfüllen die Nachfrage nach Natürlichkeit und
einfacher Kennzeichnung und liefern gleichzeitig die gleichbleibenden Verarbeitungseigenschaften und Backergebnisse, die das Bäckerhandwerk von herkömmlicher Margarine kennt.
Transparenz, Nachhaltigkeit und Funktion in einem
Im Fokus stehen wertvolle pflanzliche Öle und Fette wie Sonnenblumen-, Raps-, und RSPO-zertifiziertes Palmöl aus nachhaltigem Anbau. Als Teil von Bunge kann Walter Rau die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoffanbau über Raffinerien bis zum Endprodukt transparent abbilden – inklusive hoher Rückverfolgbarkeit beim Palmöl.
Für das professionelle Backhandwerk bedeutet das: pflanzliche, auslobungsstarke Produkte mit echtem Free?E-Profil, die sich verlässlich verarbeiten lassen – und ein Markenjubiläum, das zeigt, wie tragfähig der Trend zu Clean Label und Transparenz geworden ist.
