Tiflis/Hamburg, 01. Juni 2026 Der deutsche Weinmarkt ist derzeit von hoher Preissensibilität und stagnierendem Konsum geprägt. Demgegenüber steht eine positive Entwicklung bei den Importen aus Georgien: Zwischen 2021 und 2025 stieg der Wert der Importe um rund 89 Prozent, das Importvolumen nahm um 101 Prozent zu (Quelle: DWI, Deutsche Weinstatistik 2025).
Diese Dynamik wird durch eine aktuelle Studie der Agentur ff.k Public Relations GmbH bestätigt. Im Rahmen der Online Umfrage haben 133 deutsche Weinfachleute zu Wahrnehmung und Marktpotenzial georgischer Weine geantwortet.
Signifikant höherer Bekanntheitsgrad im Fachhandel
Ein Vergleich mit der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2021 zeigt einen deutlichen Zuwachs an Marktkompetenz: Vor fünf Jahren gaben noch 90 Prozent der Befragten an, wenig oder gar keine Kenntnisse über georgischen Wein zu besitzen. Heute verfügen rund 60 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen über fundiertes Grund- oder Fachwissen. Fast 56 Prozent der Befragten stufen georgischen Wein mittlerweile als Trendthema ein.
Sortimentsausweitung im Handel
Die positive Entwicklung schlägt sich auch in den Listungen nieder. Die Zahl der Einzelhändler*innen, die georgische Weine im Sortiment führen, hat sich seit 2021 mehr als verdoppelt. Zwei Drittel dieser Händler*innen bieten mittlerweile mehr als fünf verschiedene Referenzen an und bilden damit das Angebot von mindestens zwei Produzent*innen ab.
Inhaltlich entwickelt sich das Segment von einer ethnischen Spezialität hin zu einem international geschätzten Nischenprodukt. Im Fokus des Interesses stehen dabei trockene Weine. Der wichtigste Profilierungsfaktor bleibt die traditionelle Herstellung im Amphoren-Ausbau (Qvevri), die durchschnittlich 52 Prozent des Sortiments der führenden Händler*innen ausmacht.
Wachstumstreiber: Differenzierung statt Preispolitik
Die Studienergebnisse legen nahe, dass das Wachstum im georgischen Segment nicht primär über den Preis, sondern über qualitative Faktoren wie Herkunft, autochthone Rebsorten (z.B. Saperavi, Rkatsiteli, Kisi) und handwerkliche Produktionsmethoden generiert wird. Damit bietet die Nische dem deutschen Handel weiterhin ein stabiles Wertschöpfungspotenzial.
